RIoTboard im Test

Mikro-Computer gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Angefangen mit dem Raspberry PI, folgten immer leistungsstärkere Boards. Entwickelt um in Entwicklungsländern den Zugang zur IT zur ermöglichen, werden sie auch immer mehr in der westlichen Welt als Media-Center im Wohnzimmer genutzt. Wie bereits angekündigttesten wir heute für euch das RIoTboard vom Hersteller Farnell element14 , ein Multimedia-Entwicklungsboard, ausgeliefert mit Android. 

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Das auf einem ARM Cortex A9 basierende Board kommt relativ unspektakulär daher. Verpackt in einer weißen Box kommt es sicher bei euch an, inklusive Mini-USB Kabel und einer kleinen Anleitung. Ein passendes Netzteil fehlt leider. Auch die Inbetriebnahme ist denkbar einfach: Netzteil anschließen, HDMI-Kabel anschließen – schon begrüßt euch das bekannte Android Boot-Logo. Schnell die Sprache auf Deutsch umgestellt, kann es losgehen. Etwas merkwürdig, auf dem Startbildschirm meldet Android 4.3, dass man ein Ladegerät anschließen sollte. Perfekt ist die Software wohl nicht auf das Board angepasst, hierzu aber später mehr.

Hardware

Die Spezifikationen lassen auf ein leistungsstarkes System hoffen. Der A9 Dual Core Prozessor wird unterstützt von 1 GB DDR3 Ram und einer starken Grafikeinheit (OpenGL ES 2.0 3D mit Beschleunigung für 2D und 3D).  Im Vergleich, der Raspberry besitzt nur einen Single Core und höchstens 512 MB Ram. Auch deutlich mehr Anschlüsse besitzt der lüfterlose Mikro PC von RIoT. 4 USB 2.0 Anschlüsse, Audio IN- und OUT, Mini USB und ein GB-Ethernet Anschluss sind nur einige der gebotenen Schnittstellen.  Auch für Entwickler bietet das aus England stammende Board natürlich einiges, ein JTAG Interface und Expansion Port bringt es mit. Der 4 GB große interne Speicher lässt sich einfach per Micro-SD erweitern.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASchade für ein als Multimedia-Entwicklungsboard beworbenes Device: WLAN sowie Bluetooth fehlen, lassen sich aber per Dongle nachrüsten. Der derzeitige Zustand des Boards wird mit 3 LEDs signalisiert. Beim Boot des Systems blinken sie, bei Nutzung leuchtet nur Eine. Das ist vertretbar und stört auch bei einem abgedunkeltem Raum nicht. Übrigens, das Board unterstützt per HDMI nur 1080p, 4K Support ist nicht gegeben.

Software 

Die beste Hardware bringt nichts, wenn die Software nicht für das Gerät angepasst ist. Das vom Hersteller ausgelieferte Android 4.3 lief in meinem Test weitestgehend flüssig. Man merkt dem Board die leistungsfähige Hardware an. Ich konnte zum Testzeitpunkt kein Video-File finden, womit ich dem Board Probleme bereiten konnte. MKV, 1080p, 3D – alles kein Problem. Auch der Browser lieft ziemlich gut, auch große Websites laufen flüssig und ohne großes Nachladen. Von Haus aus ist eine Google Play Unterstützung nicht vorhanden. Wer sich ein wenig mit Android und ABD auskennt, kann durch die vom Hersteller zur Verfügung gestellte Anleitung die Google Services installieren. Wie schon gesagt, perfekt ist die Software nicht abgestimmt. Android meldet in der Statuszeile dauerhaft, dass man Netzteil anschließen soll, zudem wurde auch das Empfangs-Symbol nicht entfernt. Natürlich nicht wirklich ein Problem, den ein oder Anderen stört es eventuell trotzdem.

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Käufer, die das RIoTboard als Medien-Center nutzen, sollten sich unbedingt die Software XMBC anzuschauen. XMBC ist eine Applikation, die in der Steuerung sowie in den Funktionen auf die Nutzung an Fernsehern entwickelt wurde.

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Normalerweise bietet Farnell element14 auch ein Linux Image zum Download bereit. Derzeit ist der Link leider offline. Ein Test des Linux Images wird so schnell wie möglich nachgereicht.

Gesteuert wird der Computer klassisch über Maus und Tastatur. Angeschlossen über USB 2.0 funktioniert jedes Eingabegerät. Ein bestimmter Hersteller ist, wie bei Android üblich, nicht nötig. Da diese Variante aber z.b auf der Couch nicht sehr performant ist, haben wir uns mal nach Alternativen umgeschaut. Zum Einen gibt es die Möglichkeit, sein eigenes Smartphone als Fernbedienung zu nutzen. Im Playstore gibt es dafür passende Apps. Einfach die Server Version auf dem RIoTboard installieren und den Client auf dem Smartphone. Im Test zeigte sich die App aber als sehr experimentell, oft kam es zu Verbindungsabbrüchen. Wer eine stabile Variante sucht, kauft sich eine Tastatur/Touchpad Kombi.

Community

Auch bei diesem Entwicklungsboard steht natürlich eine Community dahinter. Ausgetauscht wird sich im Hersteller-Forum über Anleitungen und Probleme. Ganz so groß wie beim Raspberry ist die Community sicher nicht, trotzdem bietet sie für Neugierige eine interessante Basis.

Fazit

Ich denke, für jeden, der einen kleinen Wohnzimmer PC sucht,  ist das RIoTboard das richtige Gerät. Mit XMBC sind auch große MKV Files kein Problem. Zudem ist auch das Surfen im Internet ein Genuss, ganz ohne ruckeliges Scrollen oder nerviges Nachladen. Wie bereits beschrieben, kommen auch Entwickler auf ihre Kosten. Durch die vielen Schnittstellen und die starke Hardware bietet das System eine  tolle Basis. Angeschlossen an einen Monitor funktioniert er auch als Mini-PC sehr gut, z.B für das Kinderzimmer eine interessante Alternativ. Experimentierfreudige Nutzer, die nur etwas ausprobieren und ein wenig Zeit vertreiben möchten, empfehle ich eher zum Raspberry Pi zu greifen. Hier bietet die riesige Community mit ihren tausenden Anleitungen einfach den entscheidenden Mehrwert.

Das RIoTboard wird direkt von Farnell element14 vertrieben, woher wir auch unser Modell erhalten haben.

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