Nokia Lumia 925 im Test (Teil 1: Hardware)

Dass Windows Phone derzeit einen großen Aufschwung erlebt, kann wohl kaum jemand leugnen: Neben Android und iOS hat es sich mittlerweile bereits als dritte große Kraft unter den mobilen Betriebssystemen etabliert und wächst weiter. Dank der  freundlichen Kontakte bei Nokia (Danke besonders an den MobiTigger und Pina!) durfte ich mich nun selbst 2 Wochen lang von Windows Phone 8 auf dem Lumia 925 überzeugen. Da es doch eine ganze Menge zu erzählen gibt, wurde der Test auf zwei Artikel aufgeteilt. Im 1. Teil geht es erst einmal um die Hardware, der zweite Teil wird sich dann genauer dem Betriebssystem widmen.

front

Design und erste Eindrücke

Das Lumia 925 kommt – wie heutzutage fast jedes Smartphone – in einer kleinen Pappbox daher. Diese ist in blau gehalten und zeigt ein paar Bilder des enthaltenen Produkts. Auch hat man eine Lasche zum Herausziehen der eigentlichen Box gedacht, bei vielen Geräten wirkt die Verpackung deutlich weniger durchdacht (man denke nur an die lustigen Videos zum Nexus 7). In der Verpackung selbst befindet sich neben dem Gerät selbst dann das Standard-Zubehör: 1,3 Ampere USB-Ladegerät, Micro USB-Kabel, Headset, Kurzanleitung und eine Nadel zum Öffnen des SIM-Schachts. Zu meiner Freude befand sich auch noch ein 20€ App-Gutschein in der Box, um gleich richtig loslegen zu können. 🙂

Das Lumia habe ich in der Farbe weiß erhalten, Nokia war beim Lumia 925 aber auch nicht so farbenfroh wie bei anderen Modellen: Als Alternative stehen nur noch grau und schwarz zur Auswahl. Die Front sieht aber sowieso bei allen Geräten gleich aus: Neben dem Display dominieren diese vor allem die 3 Soft-Keys auf der Unterseite. oberhalb des Displays findet man einen Nokia-Schriftzug sowie die HD-Frontkamera und die eingelassene Lautsprecheröffnung. Der seitliche Rand um das Display ist relativ breit gehalten, hier hätte man sicher noch den einen oder anderen Millimeter einsparen können.

back und packung

Im Gegensatz zum Vorgänger, der noch auf Kunststoff setzte, ist das Display in einem Rahmen aus Metall eingefasst, welcher gleichzeitig auch als Antenne dient. Der Metallrahmen fasst sich wirklich wertig an, die Tasten auf der rechten Seite bestätigen den hochwertigen Eindruck. Lautstärke-Buttons und Power-Taste wackeln nicht und besitzen einen sehr angenehmen Druckpunkt. Nett ist auch der dedizierte Kamera-Button, den ich an so manchem aktuellen Smartphone-Flaggschiff vermisse. Auf der Oberseite finden sich Schnittstellen wie der Micro USB-Anschluss (nicht allzu Dockingstation-Freundlich) und die 3,5mm Klinkenbuchse, sowie ein zweites Mikrofon zur Rauschunterdrückung.

Die weiße Kunststoff-Oberfläche ist matt gehalten und speichert so keine Fingerabdrücke – daran könnte sich Samsung gerne mal ein Beispiel nehmen, um die Geräte der S-Serie hochwertiger aussehen. An einer Stelle knarzte das Backcover des Testgeräts ein bisschen, sonst gibt es aber nichts zu beanstanden. Über der breiten Lautsprecheröffnung befinden sich 3 Pins zum Anschließen eines Cases für kabelloses Laden, da keine Spule direkt in das Gerät integriert ist. Dies war wohl ein Tribut an die neue, flache (nur noch 8,5mm dick) und leichte Bauweise des Lumia 925. Das Gerät wiegt nur 139 Gramm und ist damit – trotz Einsatz von Metall – ein stolzes Viertel leichter als der Vorgänger. Die Kameralinse steht deutlich hervor, ist aber durch einen kleinen Kunststoff-Ring geschützt. Der erste Eindruck also: Wow, edles Teil!

wp_ss_20140203_0009Display:

Beim Display gibt es keinen Grund zur Klage: Das 4,5 Zoll große (könnte für mich ruhig etwas größer sein) AMOLED-Display löst mit 1280×768 Pixeln auf. Dass keine Full HD-Auflösung gegeben ist, merke ich zumindest nicht: Dank 334ppi wird Schrift knackig scharf dargestellt. AMOLED-typisch kann der Bildschirm sehr gute Kontrastwerte und knallige Farben aufweisen, schwarze Inhalte werden auch tatsächlich schwarz dargestellt und nicht gräulich wie bei anderen Display-Technologien üblich. Daraus, dass schwarze Flächen so gut wie gar keinen Strom verbrauchen, resultiert auch noch ein weiteres, tolles Feature – dazu aber mehr im Software-Teil.

Auch im prallen Sonnenlicht bleibt der Displayinhalt auf höheren Helligkeitsstufen problemlos ablesbar. Im Gegensatz zu anderen Testberichten weist das Testmodell nur sehr schwache Farbverfälschungen unter anderem Blickwinkel auf, weiße Flächen werden dann etwas bläulich. Wie der Vorgänger kann das Display auch mit Handschuhen bedient werden, allzu viel sollte man von der Funktion aber nicht erwarten: Zwar klappt die Handschuh-Bedienung in den meisten Fällen, durch fehlende Genauigkeit fällt das Bedienen der Tastatur aber sehr schwer.


Performance:

Angetrieben wird das Smartphone von einem Dual Core Snapdragon S4 Plus-Prozessor mit einer Taktrate von 1,5 GHz. Das klingt beim

Kamera

Vergleich mit Android-Bolidgen mit Quad- oder sogar Octa-Core nach nicht viel. Während das Gerät für Benchmark-Vergleiche also nicht unbedingt taucht, ist von der vergleichsweise schwachen CPU in der Praxis aber nichts zu merken: Selbst grafisch aufwendige Spiele wie Gamelofts Modern Combat 4 laufen ohne Ruckler und bieten so ein flüssiges Spielerlebnis. Auch in der alltäglichen Benutzung schlägt sich das Lumia sehr gut:

Apps starten schnell, die Oberfläche hakt an keiner Stelle und Zoomen im Browser klappt ohne Verzögerung.Insgesamt läuft das 925 trotz der vergleichsweise schwachen Hardware absolut flüssig, vom Note 3 kann das ja nicht immer behauptet werden. Dafür ist zu einem großen Anteil wohl auch das Betriebssystem verantwortlich, welches generell ressourcenschonender läuft.

Kamera:

Im Lumia 925 steckt eine 8 Megapixel-Kamera mit ZEISS-Optik aus 6 Linsen. In Zeiten des Megapixel-Wahns hätten sich hier einige sicher etwas mehr gewünscht, aber die Aussagekraft der Zahl läuft ja sowieso gegen null.  Die Kamera macht ordentliche Fotos und kann mit anderen Top-Smartphones wie dem Note 3 locker mithalten. Auch im Automatik-Modus (die Software bietet einiges mehr) sind tolle Fotos möglich. Der optische Bildstabilisator wirkt dem Verwackeln, besonders bei längeren Belichtungszeiten, entgegen. Im Dunkeln nimmt das Bildrauschen deutlich zu, wie auf folgenden Testfotos gut zu erkennen ist. Zur Kamera-Software auch  mehr im Software-Teil.

 

Und sonst noch?

Das Lumia 925 unterstützt alle aktuellen Mobilfunkstandards inklusive LTE. Der Empfang ist ordentlich, das Note 3 scheint die Nase hier aber noch etwas vorne zu haben. Bei Speedtests lag das Lumia jedoch nur wenige kBit/s hinter dem Samsung-Phablet. Die Micro SIM-Karte muss per SIM-Wechsel-Nadel entfernt werden, wieso der SIM-Einschub genau falsch herum eingebaut wurde (die Karte fällt beim Halten mit Display nach oben sofort heraus), kann ich nicht sagen. Der NFC-Standard zum mobilen Bezahlen oder schnellen Koppeln von Bluetooth-Geräten ist auch mit an Bord. Schade, dass die Technik in Deutschland immer noch kaum verbreitet ist. Die Lautsprecher liefern einen guten Klang für Handy-Lautsprecher.

Hardware-Fazit:

Das Lumia 925 muss sich auf der Hardware-Seite nicht hinter anderen Smartphones verstecken: Es fühlt sich wertig an, liegt gut in der Hand und wird durch einen ausreichend schnellen Prozessor versorgt. Lediglich Benchmark-Fetischisten sollten einen größeren Bogen um das Lumia machen und sich mal bei den Android Octa-Cores umschauen. Die Kamera schießt gute Bilder, kann aber selbstverständlich keine große Kamera ersetzen.

Ob auch die Software zu überzeugen weiß, erfahrt ihr nächste Woche im zweiten Teil des Testberichts.

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